MAKKABI Deutschland Stellungnahme zur Entscheidung des Berliner Fußball Sportgericht

KÖLN, 30.Oktober 2015 Wenige Stunden vor der Verhandlung des Sportgerichts des Berliner Fußball-Verbandes zu den Vorfällen im Spiel TuS Makkabi Berlin 3 gegen den 1. FC Neukölln 3 am heutigen Abend, verurteilt Makkabi Deutschland erneut die antisemitischen Übergriffe und verbalen Attacken gegen Spieler des TuS Makkabi Berlin aufs Schärfste. Es ist für das Präsidium von Makkabi Deutschland unerträglich zu sehen, dass innerhalb kürzester Zeit nach den Vorfällen im Spieler gegen Meteor, sich solches verachtenswertes Verhalten wiederholt.

 

Ein Spiel der dritten Herrenmannschaft des TuS Makkabi Berlin musste aufgrund des Verhaltens der gegnerischen Mannschaft erneut frühzeitig abgebrochen werden. Erneut mussten die Spieler des TuS Makkabi Berlin sich in die Kabine flüchten vor handfester Gewalt der gegnerischen Spieler. In beiden Fällen geschah es auf dem Vereinsgelände des TuS Makkabi Berlin. Erneut handelte es sich um Täter mit muslimischen Hintergrund, was Makkabi Deutschland ganz besonders bedauert.

 

Die Drohungen durch Spieler des 1. FC Neukölln spielten klar auf die derzeitige Welle von Messerattacken gegen jüdische Israelis an. Es fielen Sprüche wie „Wir holen gleich unsere Messer raus“ und  „Du kannst schon mal dein eigene Frag schaufeln.“ In der 80. Minute streckte der Mannschaftskapitän von Neukölln einen Makkabi-Spieler mit einem Faustschlag nieder. Nach dem Spielabbruch konnten Spieler von Neukölln nur von Mannschaftskameraden daran gehindert werden, die Kabine von Makkabi zu stürmen.

 

Makkabi Deutschland fordert das heute tagende Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes dazu auf, angemessene Strafen für die betroffenen Spieler auszusprechen und ernsthafte Konsequenzen für den 1. FC Neukölln zu ziehen. Vom Verband wird erwartet, dass der Zusammenhang zwischen den verbalen Attacken nicht als „gewöhnliche“ Drohungen gewertet werden, sondern vor dem Hintergrund der „Messer-Intifada“ deutlich als antisemitische Attacken benannt werden.

 

Makkabi Deutschland erachtet es als notwendig, dass der Berliner Fußball-Verband nun präventiv gegen Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und alle anderen Formen der Diskriminierung und der diskriminierenden Gewalt auf seinen Fußballplätzen und in seinen Mitgliedsvereinen vorgeht. Gerade vor dem Hintergrund der European Maccabi Games, die in diesem Jahr erstmals in Berlin und in Deutschland stattfanden und zu deren Erfolg der Berliner Fußball-Verband tatkräftig beitrug, wäre es das richtige Zeichen. Makkabi Deutschland bietet sich an, den Verband bei der Suche nach einer geeigneten Präventionsstrategie behilflich zu sein.

 

 

Makkabi Deutschland e.V. ist der jüdische Dachverband von 37 Makkabi Ortsvereinen mit über 4.000 Mitglieder. Die Makkabi Ortsvereine sind offen für alle Sportler, unabhängig von Religion und Herkunft. Alle vier Jahr stellt Makkabi Deutschland e.V. die deutsch-jüdische Nationalmannschaft für die Weltmakkabi-Spiele in Israel und um zwei Jahre dazu versetzt für die European Maccabi Games auf. Im Sommer 2015 war Makkabi Deutschland e.V. austragender Verband der European Maccabi Games in Berlin, die historisch und gesellschaftspolitisch von großer Bedeutung waren. Der Berliner Fußball-Verband unterstütze hier tatkräftig beim Fußball- und beim Futsalturnier. Das ehrenamtliche Präsidium wird auf vier Jahre von den Delegierten der Ortsvereine in der Generalversammlung gewählt.